Alltagsbeobachtungen

So, das waren ein paar gemütlichere Tage, bevor die eigentliche Arbeit losgeht. Ich habe mit dem Radl in alle Himmelsrichtungen die Umgebung erkundet, die Stadt, und auch etwas ins Grüne.

Da hier in Korea ein anderer Mobilfunkstandard verwendet wird (CDMA statt GSM), habe ich unter anderem versucht, ein Handy zu bekommen. Mit der Hilfe von ein paar Koreanischen Kollegen hat das auch geklappt (gebraucht, 3 Monate alt, ziemlich high-tech, ca 35€), allerdings fehlt mir noch die SIM-Karte. Das ist für Ausländer gar nicht so einfach, wenn ich Glück habe, kriege ich in zwei Wochen eine Prepaid-Karte. Das Handy ist echt der Abschuss.. die abgedrehtesten Geräusche bei jedem Tastendruck, knallbunte Menüs und Schriftarten, in dieser Hinsicht sind die Koreaner echt verspielt.

Diese „Verspieltheit“ ist hier geradezu omnipräsent. Jeder Automat spricht, immer mit kleinen Jingles dabei, und alles bunt und comichaft verziert. Auf den Straßen hört man ständig von irgendwo Musik, auch unter einer Brücke hängen einfach mal Lautsprecher.

Was auch wirklich ungewohnt ist, sind die vielen Verkäufer in Kaufhäusern. In nem normalen (großen) Supermarkt stehen hier an jedem Regal Damen, die lauthals ein tolles Produkt anpreisen, und zum Probieren anbieten. In den einzelnen Abteilungen (Kosmetik, Schmuck) stehen auch generell viel zu viele Verkäuferinnen, meistens unbeschäftigt.

Noch so ein paar ungewohnte Sachen:

  • Ampeln für Autos sind generell am anderen Ende einer Kreuzung.
  • Fußgängerampeln haben hier oft einen Countdown, so dass man sieht, wie lange sie noch grün sind.
  • An Kreuzungen gibt es immer wieder auch Fußgängerübergänge diagonal über beide Straßen
  • Pisoirs spülen hier überall kurz, wenn man sich davor stellt. Das soll wohl helfen „in Gang“ zu kommen? Wasserverschwendung 😉
  • Es gibt hier ein großes Viertel voller Werkstätten und Werkzeugläden. Total cool, dicke Fräsen und Drehmaschinen direkt an der Straße, aber auch viel Elektronik überall. Ein Kollege meinte, dass ein Drittel des KAIST-Budgets in dieses Viertel fließt 😉

Wer Google Earth installiert hat, kann sich mal diese Datei runterladen, da könnt ihr euch anschauen, wo ich hier genau bin. Zum Abschluss gibt’s noch zwei Fotos vom Wohnheim von außen. Die Häuser im Hintergrund gehören zu einem benachbarten Wohnviertel.

Gruß und bis bald,
Luiz

4 Gedanken zu „Alltagsbeobachtungen“

  1. Hallo Luiz,

    Liebe Grüße aus dem Schwarzwald und wie weit ist es eigentlich bis zum Meer? Und was gibt es mehr: Autos oder Fahrräder?

  2. Also hier auf dem Campus sind es eindeutig mehr Fahrräder, danach kommen private Autos und nur knapp danach Taxis 😉 In der Stadt ist es ganz normal, wie bei uns auch. Eher wenig Fahrräder, nicht ganz so viele öffentliche Verkehrsmittel, und viele Autos, viele Taxis. Bis zum Meer sinds ca 80 km Luftlinie, da komme ich im Sommer bestimmt auch mal hin 🙂

  3. Hm, die leben wohl gern wie im Film… da läuft auch immer Hintergrundmusik 😉
    Stell dir vor, da stehn 2 unter der Brücke und erleben die Liebe auf den ersten Blick… und dazu irgend so ein romantisches Kitschlied 😀

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